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Kirchweihjubiläum in Westheim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Florian Rosenkranz

 

 

Vor 125 Jahren wurden die Pfarrkirche St. Vitus in Westheim, die schon zwei Vorgängerbauten hatte, geweiht. Am 12. November 1895 kam dazu Herr Weihbischof Gockel aus Paderborn ins Diemeltal. Die Pfarrchronik berichtet, dass er feierlich vom Bahnhof aus zum Gotteshaus geleitet wurde. Alle Westheimer Häuser waren damals geschmückt, 46 große Ehrenbögen über der Straße errichtet, sodass man aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Zur Jubiläumsfeier am 8. November 2020 reiste wieder ein Nachfolger der Apostel an, Herr Erzbischof Hans-Josef Becker. Kirchturm und Kirchplatz waren dazu mit Fahnen geschmückt, und erstmals seit Jahrzehnten auch wieder der Altarraum. Wegen der Corona-Pandemie konnten leider nur wenige Gläubige am Pontifikalamt teilnehmen. Herr Propst Kemper hieß den Paderborner Oberhirten auch im Namen von Herrn Pfr. Böckelmann und der Gemeindereferentin Frau Schröder herzlich willkommen. Er erinnerte daran, dass das ursprünglich geplante Festjahr, u. a. mit einer großen Prozession und anschl. Pfarrfest, einer Ausstellung und Konzerten, leider ausfallen musste. Umso größer sei die Freude, dass wenigstens der Höhepunkt und Abschluss des Festjahres feierlich begangen werden könne, das eigentliche Kirchweihjubiläum. Für die Zukunft wünschte er, dass immer wieder – wie schon in Vergangenheit und Gegenwart – begeisterte Christen den Glauben und die Nächstenliebe weitergeben. 

Der Herr Erzbischof schaute in seiner Predigt voller Dankbarkeit zurück auf das Engagement der Vorfahren, die das Gotteshaus errichteten, den „Stein gewordenen Glauben“. Viele Menschen in Freud und Leid hätten hier schon gebetet. Dann fragte er, was wir, die immer weniger werdenden Christen in Deutschland, einmal der Welt hinterlassen würden, welche Spur? Erinnernd an den berühmten Sohn des Dorfes, Joseph Theodor Graf zu Stolberg-Stolberg, der 1849 mit anderen den Bonifatiusverein gründete, griff er das Leitwort des Diaspora-Hilfswerkes im Coronajahr auf: ‚Werde Hoffnungsträger‘. „Gerade jetzt brauchen wir Menschen, die zupacken und anderen Hoffnung geben, auch in Westheim. Dazu will die Aktion ermutigen: Werdet einander zu Hoffnungsträgern, denkt nicht nur an euch selber. … Wir sollen klug sein und wissen, worauf es auch in den Unwägbarkeiten des Lebens ankommt. „Werdet Hoffnungsträger“, sagt Jesus zu uns. Und: Habt keine Angst! So ist es, und deshalb können wir unsere Spur in diese Welt eingraben. Weil Gott treu bleibt und uns entgegenkommt, egal, was auch immer geschieht“, so der Erzbischof. 

Die Fürbitten in den vielen Anliegen der verschiedenen Generationen wurden auch konkret sichtbar, als aus Puzzleteilen ein Bild des Geburtstagskindes entstand.

Seitens der evangelischen Gemeinde sprach Frau Pfr. Günther Glück- und Segenswünsche aus. Sie verglich die kleinere, aber ältere ev. Kirche Westheims, mit der größeren katholischen. Beide seien Schwestern, die Freude und Hoffnung miteinander teilen.

Der neue Marsberger Bürgermeister Herr Thomas Schröder gratulierte im Namen der Stadt und versprach, die gute Zusammenarbeit der politischen Gemeinde mit den Kirchen fortzusetzen. Gerade die Pandemie zeige, wie wichtig Kirchen und Gottesdienste als Zufluchtsorte seien. Er wünschte der Gemeinde Kraft, auch in Zukunft die anstehenden Aufgaben zu meistern.

Pfr. Böckelmann wies darauf hin, dass eine Festschrift erstellt wurde, die, bereichert durch viele Fotos, einen umfassenden Einblick gibt in Geschichte und Gegenwart der St.-Vitusgemeinde. Darin sind auch weitere Grußworte abgedruckt, etwa von Herrn Ortsbürgermeister Weiffen. Er spricht seitens der Dorfgemeinschaft allen ein Dankeschön aus, die sich auch in schweren Zeiten um die Kirche verdient gemacht haben. Westheim sei stolz auf sein Gotteshaus, das auch in Zukunft der Ort bleiben möge, an dem die Liebe Gottes immer wieder neu erlebt werden kann. Der Auftrag sei auch künftig, die Botschaft vom Reich Gottes durch Gebet und soziales Engagement den kommenden Generationen weiterzugeben. Die Festschrift kann in der Kirche käuflich erworben werden. Der Erlös, wie auch die Kollekte und weitere Geldgeschenke des Tages kommen Hilfsprojekten in den Partnergemeinden Goma (Kongo) und Trichur (Indien) zugute.

Das Pontifikalamt, umrahmt von den Fahnenabordnungen der Vereine, war auch musikalisch ein Hochgenuss, gestaltet von einer Schola, zwei Trompetensolistinnen, einem Perkussionisten und dem Organisten. 

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Herr Franz Lange dankte im Namen der Gremien allen, die zum guten Gelingen des Festhochamtes beigetragen haben. Dem Herrn Erzbischof überreichte er einen guten „Westheimer Tropfen“. Sein Wunsch, dass sich nach der Pandemie die Gemeinde wieder in Gänze um den Altar versammeln kann, sprach allen aus dem Herzen.

Man kann die Eucharistiefeier auch noch in den kommenden Tagen auf dem YouTube-Kanal des Pastoralen Raumes Marsberg (https://www.youtube.com/channel/UCnz10MTIv1JoyrTDrwevHNA) anschauen.