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Tabernakel in St. Magnus Niedermarsberg neu geweiht

am Fronleichnamstag 2020

1920,also vor genau 100 Jahren, erhielt die Propsteikirche einen Flügelaltar im spätgotischen Stil. Die Bildhauerarbeiten fertigten die Brüder Marmon aus Sigmaringen an, die Gemäldetafeln, welche „Christus am Ölberg“ und „Christus begegnet seiner Mutter auf dem Kreuzweg“ darstellen, malte der Künstler Ronge aus München.

Bei der Kirchenrenovierung 1959 wurde der Altar leider entfernt, 1974 jedoch teilweise wiederhergestellt in der Form eines Retabels. Dieses hat die vier Reliefs wieder zusammengeführt. Sie stellen die Heilige Familie im Tempel, die Taufe Jesu, Christi Auferstehung und die Heilige Dreifaltigkeit in der Form eines sogenannten Gnadenstuhles dar. 

In das Retabel wurde in den letzten Wochen nun der noch in der Sakristei vorhandene historische Tabernakel wieder integriert. Die Planung und Bauaufsicht übernahm das Ingenieursbüro Hanke u. Schauerte aus Marsberg. Die Bauarbeiten führten die Firmen Vössing-Ellersiek aus Jakobsberg, Goldschmiede Cassau aus Paderborn, Sprenger aus Marsberg, Luce aus Bredelar, und Scholand aus Oesdorf aus, die sogar unentgeltlich die Innentüren des Tabernakels mit zwei handgemalten Engeln verzierte. Die Auskleidung des Tabernakels nahm die Änderungsschneiderei Nüsken aus Leitmar vor. Allen gilt ein herzliches Dankeschön!

Das Retabel ist im Zuge der Renovierung gereinigt und von Pilzbefall befreit worden, abgängige Fassungen wurde gefestigt, auch bei den Skulpturen, die den hl. Sturmius und den hl. Magnus darstellen. Zudem ist durch die Aufstellung der beiden Assistenzfiguren, der Gottesmutter und des hl. Johannes, die Kreuzigungsszene wieder vollständig zu sehen.

Im Expositorium über dem Tabernakel hat das historische gotische Kreuz seinen ursprünglichen Platz wiedererhalten. Bislang war es an das Museum der Stadt in Obermarsberg ausgeliehen.

Was Menschen in verschiedenen Jahrhunderten geschaffen haben, lässt uns staunen. Kirchliche Kunstwerke aber weisen immer über sich hinaus. Sie möchten an das Geheimnis unseres Dreifaltigen Gottes heranführen und im Glauben bestärken. Mögen uns die Augen für die große Liebe Gottes, die uns in seinem Sohn geschenkt ist, immer wieder neu aufgehen. Der Altar und der Tabernakel in der Mitte des Chorraumes führen unsere Augen und Herzen ins Zentrum unseres Glaubens, zu Jesus Christus hin, der in der hl. Eucharistie bei seiner Gemeinde ist und bleibt. Gott sei Dank!

PS: Der bisherige Tabernakel im Seitenschiff bleibt erhalten. Von Gründonnerstag bis zur Osternacht wird in ihm das Allerheiligste aufbewahrt; das Jahr über sollen dort die Heiligen Öle ihren Platz finden und unsere Reliquien, die bislang im Tresor des Pfarrbüros keinen würdigen Ort haben.